Produktionsjournal
Das Projekt
Falling for Fame ist zugleich interaktive Dokumentation und Forschungsprojekt: eine visuelle Auseinandersetzung mit BASE Jumping, Social Media, Sponsoring, Sichtbarkeit und Risikokultur.
Falling for Fame entstand als Bachelorarbeit, doch das Thema verlangte nach mehr als wissenschaftlichem Text. BASE Jumping ist visuell, körperlich und situativ. Die Umgebungen, Entscheidungen und sozialen Dynamiken hinter dem Sport lassen sich durch Zahlen allein kaum verstehen.
Die interaktive Dokumentation übersetzt den Forschungsprozess in eine multimediale Erfahrung. Sie verbindet Interviews, Feldbeobachtungen, Fotografie, Video und redaktionelles Storytelling, damit Besuchende selbst zwischen Kontext, Menschen und Produktionsmomenten wechseln können.
Das Projekt trennt Forschung und Storytelling nicht voneinander. Die Forschung gibt der Dokumentation Struktur und Verantwortung. Die Dokumentation gibt der Forschung Atmosphäre, Zugang und eine öffentliche Form.
01Aus einer Bachelorarbeit wurde ein Feldjournal.
02Aus einer Forschungsfrage wurde eine dokumentarische Route.
03Aus einer riskanten Sportart wurde eine Geschichte über Sichtbarkeit, Verantwortung und Kontext.
Warum dokumentarisch?
Weil das Thema an Orten gelebt wird, die die meisten Betrachtenden nie sehen.
Bilder, Ton und Rhythmus können Atmosphäre, Vorbereitung und Unsicherheit vermitteln, die eine schriftliche Arbeit nur beschreiben kann.
Warum interaktiv?
Weil eine einzelne lineare Geschichte dem Thema nicht gerecht wird.
Das Format ermöglicht es, das Projekt über dokumentarische Szenen, Forschungsrahmen und Produktionsspuren zu erkunden.
Warum Forschung?
Weil visuelle Intensität Kontext braucht.
Die wissenschaftliche Grundlage hält den Fokus auf Social Media, Sponsoring, Sichtbarkeit, Risikowahrnehmung und Sicherheitskultur.

Persönlicher Zugang
Motivation hinter dem Projekt
01
2019 absolvierte ich meinen ersten Fallschirmsprung. Was als einmaliges Erlebnis begann, entwickelte sich schnell zu einer anhaltenden Faszination für Sportarten, die von aussen oft nur über Risiko wahrgenommen werden. Mit zunehmender Erfahrung wurde mir jedoch bewusst, dass hinter diesen Aktivitäten weit mehr steckt als Nervenkitzel: Ausbildung, Vorbereitung, Verantwortung und eine ausgeprägte Sicherheitskultur.
02
Gleichzeitig fiel mir auf, wie stark soziale Medien die Wahrnehmung solcher Sportarten prägen. Sichtbar werden meist die spektakulärsten Sekunden eines Sprungs. Unsichtbar bleiben häufig die Vorbereitung, die Entscheidungsprozesse und die Menschen hinter den Bildern. Dadurch entstand die Frage, wie Athlet:innen selbst mit Sichtbarkeit, Reichweite und öffentlicher Aufmerksamkeit umgehen.
03
Aus dieser Beobachtung entwickelte sich schliesslich die Forschungsfrage dieser Arbeit. Falling for Fame verbindet wissenschaftliche Untersuchung und dokumentarisches Storytelling, um einen differenzierteren Blick auf BASE Jumping zu ermöglichen. Nicht auf der Suche nach Spektakel, sondern nach den Geschichten, Entscheidungen und Perspektiven hinter den Bildern.
“Mich interessierte nicht nur, was Menschen zum Springen bewegt. Mich interessierte, wie Sichtbarkeit verändert, was andere davon sehen.”
Hinter den Kulissen
Ein Einblick in Planung, Reisen, Gespräche, Feldarbeit und jene Momente, die hinter den fertigen Dokumentarszenen stehen.
15 Bilder

Die Forschung
Warum BASE Jumping über Medien, Sponsoring und Sichtbarkeit untersuchen?
BASE Jumping findet heute in einem digitalen Umfeld statt, das sich grundlegend von früheren Jahrzehnten unterscheidet. Athlet:innen können ihre Erlebnisse innerhalb von Sekunden dokumentieren, veröffentlichen und weltweit verbreiten.
Forschungsfrage
In welcher Form thematisieren soziale Medien und Sponsoring die Risikobereitschaft und Sicherheitskultur in der BASE Jumping Community und wie werden diese von den Athlet:innen beurteilt?
BASE Jumping
Der Sport macht Entscheidungsprozesse, Risiko, Vorbereitung und informelle Regeln besonders sichtbar.
Social Media
Plattformen tragen spektakuläre Momente weit über die Community hinaus, oft schneller als der Kontext dahinter.
Sponsoring
Sichtbarkeit kann zu sozialem und ökonomischem Wert werden. Dadurch entstehen Fragen nach Erwartung, Darstellung und Druck.
Forschungslücke
Bestehende Arbeiten betrachten Risiko, Medien oder Extremsport häufig getrennt. Dieses Projekt verbindet sie über die Perspektiven der Athlet:innen.
Die Forschung untersucht, wie Sichtbarkeit, Anerkennung und Sponsoring-Strukturen mit Risikowahrnehmung, Sicherheitskultur und persönlichen Entscheidungen im modernen BASE Jumping zusammenhängen.
01
Idee
Ausgangspunkt war das Interesse daran, wie Extremsport, mediale Sichtbarkeit und Verantwortung zusammenhängen.
02
Forschungsfrage
Der Fokus verdichtete sich auf Social Media, Sponsoring, Risikowahrnehmung und Sicherheitskultur im BASE Jumping.
03
Literaturrecherche
Forschung zu Extremsport, Risiko, Entscheidungsprozessen, medialer Sichtbarkeit und Sponsoring bildete den Rahmen.
04
Feldzugang
Der Zugang entstand über bestehende Sportnetzwerke, direkte Kontaktaufnahme und Vertrauen innerhalb einer kleinen Community.
05
Interviews
Leitfadengestützte Gespräche schufen Raum für Erfahrungen, Wahrnehmungen und unterschiedliche Perspektiven.
06
Teilnehmende Beobachtung
Beobachtungen im Feld halfen, Routinen, Atmosphären, Gruppendynamiken und Produktionsbedingungen rund um reale Sprungumgebungen zu erfassen.
07
Photo Elicitation
Ausgewählte Bilder und Social-Media-Inhalte dienten als Gesprächsimpulse für vertiefte Reflexion über Darstellung, Bedeutung und Sichtbarkeit.
08
Analyse
Das gesammelte Material wurde codiert und mit einer qualitativen thematischen Analyse verglichen.
09
Dokumentation
Die Forschung wurde in ein interaktives Format übersetzt, das Prozess, Kontext und Storytelling zugänglich macht.
Projektziele
Was das Projekt erreichen möchte.
Wissenschaftliche Forschung über den Hochschulkontext hinaus zugänglich machen.
Verständnis für eine komplexe Community schaffen, ohne sie zu verherrlichen oder zu verurteilen.
Unterschiedliche Perspektiven zeigen, statt den Sport auf Spektakel zu reduzieren.
Zur Reflexion über Sichtbarkeit, Verantwortung und Geschichten hinter Bildern anregen.
Dokumentarisches Storytelling und akademische Forschung für ein öffentliches Publikum verbinden.
Verständnis beginnt mit Kontext.
Wissenschaftliche Grundlage
Bachelorarbeit
Diese interaktive Dokumentation basiert auf einer Bachelorarbeit an der Fachhochschule Graubünden (FHGR).
Interessierte können die vollständige Arbeit herunterladen, um vertiefte Einblicke in Theorie, Methodik und wissenschaftliche Analyse zu erhalten.
Falling for Fame - Bachelorarbeit
Die vollständige PDF-Datei wird später ergänzt.
Credits
Projekt-Credits
- Autor
- Jonas Teuscher
- Studiengang
- Multimedia Production
- Hochschule
- Fachhochschule Graubünden (FHGR)
- Betreuungspersonen
- Prof. Dr. Marie-Therese Mäder (Hauptreferentin), Nils Solanski (Korreferat)
- Mitwirkende
- Interviewpartner:innen und dokumentarische Mitwirkende
- Dank
- Den Mitgliedern der BASE-Jumping-Community, die Zeit, Zugang und Perspektiven geteilt haben